Tierbeobachtungen an der East Coast

Am Sonntagmittag verließen wir zu dritt bei wunderbarem Wetter Christchurch und fuhren Richtung Süden nach Oamaru, wo sich an zwei nicht weit voneinander entfernten Stränden zwei unterschiedliche Pinguinarten beobachten lassen.

Wir steuerten zunächst den Strand an, an dem ab dem späten Nachmittag die Yellow Eyed Penguins (Gelbaugenpinguine) zu ihren Schlafplätzen an Land gehen, nachdem sie den Tag mit der Futtersuche in Meer verbracht haben. Der Zutritt zum Strand ist gesperrt, da diese Art sehr scheu ist und das Wasser nicht verlassen würde, wenn Menschen am Strand sind. Damit sich die Tiere gut beobachten lassen, gibt es aber direkt oberhalb des Strandes an den Klippen einen Weg mit Aussichtsplattformen. Unten im Sand sahen wir ein paar Robben faulenzen aber leider keine Pinguine. Also warteten wir geduldig, während die Sonne hinter einem Hügel verschwand. Plötzlich machte uns ein junger Bursche aus Deutschland darauf aufmerksam, dass direkt unter uns ein Pinguin ans Land gekommen ist. Tatsächlich, langsam wackelte der kleine Geselle am Strand entlang und schaute sich rechts und links um. Wir warteten noch etwas, ob noch ein paar seiner Kollegen anlanden würden, aber es tat sich nichts. Da es kälter wurde und wir noch die anderen Pinguine sehen wollten, machten wir uns auf dem Weg zum Camper und sahen dabei einen weiteren Pinguin an Land kommen.

Die zweite Pinguinart, die Blue Penguins, sind die kleinsten der Welt und kommen direkt neben der Stadt Oamaru am Hafen nach dem Sonnenuntergang im Dunkeln an Land. Man kann die Tiere von einer extra dafür gebauten Tribüne gegen $45 dabei beobachten oder 100 Meter daneben, ohne Eintritt zu zahlen. Ratet mal, was wir gemacht haben 😉 Da wir noch Zeit hatten, aßen wir etwas, bevor wir uns auf die Suche machten. Zunächst mussten sich unsere Augen an die Dunkelheit gewöhnen, aber nach kurzer Zeit sahen wir die ersten kleinen Pinguine die Straße hin zu ihren Schlafplätzen überqueren. Das Straßenschild „Vorsicht Pinguine“ hatte tatsächlich einen Sinn. An mehreren Stellen kletterten die kleinen Tierchen aus dem Wasser und gingen am Land, wenn die zuschauenden Menschen weit genug entfernt waren. Da es schon spät war, machten wir uns bald auf dem Weg zum Campingplatz und es war stockdunkel, als wir ankamen. Was ein schöner Tag!

Am nächsten Morgen fuhren wir zunächst zu den Moeraki Boulders. Das sind große runde Steine, die überall verteilt an einem schönen Strand liegen und ein sehr beliebtes Fotomotiv sind.

Danach ging es weiter in den Süden nach Dunedin auf die Otaga Halbinsel. Dort können am Strand „Sandfly Bay“ Seelöwen beobachtet werden. Wir haben uns eine kleine Wanderung am Strand und hoch zu einem Aussichtspunkt ausgesucht. Zunächst wurden wir kurz von einer Mitarbeiterin des Naturparks angehalten, mindestens 10 Meter von schlafenden und 20 Metern von sich bewegenden Seelöwen Abstand zu halten, da diese großen Tiere sonst gefährlich werden können. Danach ging es durch sandiges Terrain hinunter an den Strand, an dem außer anderen Menschen keine anderen Lebewesen zu sehen waren.

Also gingen wir weiter den Strand entlang. Diana ging etwas abseits und plötzlich bewegte sich vielleicht 30 Meter vor ihr ein großer Sandhaufen. Niko und ich sahen es gleichzeitig und erschraken auch: Es war ein mächtiger Seelöwe der sich Sand auf den Rücken schaufelte. Sehr gut getarnt. Diana flitzte zu uns und wir passierten das große Tier im gebührenden Abstand. Etwas später sahen wir ein zweites Exemplar etwas versteckt vor den Dünen liegen.

Der Weg zu dem 300 Meter hoch liegenden Aussichtspunkt war sehr sandig und damit ziemlich anstrengend. Oben angekommen wurden wir aber mit einem 360 Grad Rundumblick über die Halbinsel belohnt. Zurück am Auto fuhren wir noch etwas weiter die Küste entlang und fanden einen Grillplatz, auf dem wir unsere Burger vorbereiten konnten. Wir erreichten einen kostenlosen Abstellplatz für unseren Camper in der Dunkelheit, aber es waren alle Plätze belegt. Wir stellten uns trotzdem direkt daneben vor einem „Übernachten Verboten“ Schild auf den Platz und gingen sofort schlafen.

Am nächsten Morgen kam dann die böse Überraschung: in der Nacht kamen tatsächlich Kontrolleure vorbei und haben uns und einem Pärchen neben uns jeweils Strafen von $200 wegen illegalem Campen aufs Auge gedrückt. Na super.. Wir fuhren weiter Richtung Südküste nach Invercargill, wo wir nochmal übernachten wollten, bevor es nach Fiordland geht. Auf dem Weg mussten wir noch einen Halt an einer Reifenwerkstatt machen, da sich einer unserer Vorderreifen ungleichmäßig abnutzte. Wir ließen ihn mit einem der Hinterreifen austauschen. Daher kamen wir relativ spät in Invercargill an und machten dort außer einem kleinen Abendspaziergang nicht mehr viel. Am nächsten Morgen ging es dann los in die wildeste Ecke von Neuseeland – nach Fiordland.

Markus Verfasst von:

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