Abenteuer in Dawei

Die Fahrt im modernen voll klimatisiertem lokalen Bus von Myeik nach Dawei dauerte inklusive einer Mittagspause ca. sieben Stunden und wir wurden wegen der Straßenverhältnisse wie auf hoher See durchgeschüttelt. Zum Glück hatten wir Tabletten gegen Reisekrankheit dabei – danke Schalina! Wir erreichten Dawei gegen 16:00 Uhr. Da der Busbahnhof weit außerhalb der Stadt liegt, ließen wir uns an einer Hauptstraße absetzen. Von dort aus konnten wir zu unserem Hotel laufen, in dem wir die nächsten drei Nächte verbrachten. Das Hotel und unser Zimmer waren super, sehr sauber und mit der besten Dusche, die wir bis jetzt auf unserer Reise hatten. Am nächsten Morgen stellten wir fest, dass das Frühstück genauso gut war, wie in den Bewertungen zu diesem Hotel beschrieben war. Es gab Reis mit Gemüse, Nudelsuppe, Reisnudeln, Toast, Marmelade, Eier, verschiedene Kräuter und Gewürze und jede Menge Obst – Papaya, Mango und Wassermelone.

Am ersten Abend gingen wir nochmal raus und versuchten, uns ein Motorrad für die nächsten 2 Tage zu mieten, da wir die Umgebung erkunden wollten. Dieses gestaltete sich schwieriger als vermutet, da diese Stadt kaum auf Touristen eingestellt ist. Schließlich gelang es einem Motorrollervermieter, der selber kein Fahrzeug mehr hatte, ein Gefährt für uns zu organisieren. Dieses konnten wir in einem Hotel in der Nähe abholen. Yuhhuu!

Am nächsten Morgen machten wir uns vom Frühstück gestärkt auf den Weg zu der Dawei Halbinsel und zu den dortigen Stränden, die uns wärmstens empfohlen wurden. Zunächst fuhren wir ca. 50 km auf einer asphaltierten Straße, bevor wir auf eine Schotterpiste zu einem Aussichtspunkt abbogen, den wir auf einer Landkarte entdeckt hatten. Auf dem Weg sahen wir die Abzweigung zum Sin Thuak Beach, der uns schon in Thailand auf Kho Phayam empfohlen wurde und änderten unsere Route Richtung Strand.

Die Piste wurde immer schmaler und es ging steil bergauf und bergab. Der Motorroller begann an den Steigungen merkwürdige Geräusche am Hinterrad zu machen und wir schafften es kaum noch aufwärts. An einem sehr steilen Berg hob deswegen plötzlich das Vorderrad ab und wir fuhren ein Stück auf dem Hinterrad, bevor unser Roller auf dem Seitenstreifen und wir mit Karacho auf dem Hintern landeten. Puhh! Was für ein Schreck, wir mussten uns erst mal sammeln und durchatmen – Niko musste sich hinsetzen und ich zitterte am ganzen Körper.

Zum Glück ist außer einem Schaden am Rücklicht des Rollers und blauen Flecken an unseren Hinterteilen nichts passiert! Der Roller schien noch zu funktionieren. Wir ließen uns nicht unterkriegen und fuhren auch noch die letzten zwei Kilometer auf und ab Richtung Strand – es ging durch ein kleines Dorf und der Weg wurde wieder leichter befahrbar. Die letzten zwei Kilometer zum Strand sind nur bei Niedrigwasser und zu Fuß durch Mangrovenwälder zu bewältigen. Daher stellten wir unser Fahrzeug ab und machten uns auf den Fußweg. Nach ca. 30 Minuten sind wir endlich am Meer angekommen. Es erstreckte sich rechts und links kilometerweit ein breiter weißer Sandstrand fast ohne Menschen – ein Traum! Es gibt an diesem Strand ein Resort mit ein paar Bungalows, ansonsten verläuft sich niemand an diesen Ort. Nach der anstrengenden Anreise überlegten wir keine Sekunde und sprangen sofort ins warme Wasser. Nach der Erfrischung schaukelten wir noch etwas im Wind und machten und auf den Rückweg.

Zurück auf dem Fahrweg wurden die Geräusche am Hinterrad mit jedem Anstieg lauter und nach ein paar Kilometern kamen wir die Berge nicht mehr hoch. Niko musste an einer Steigung ein Stück laufen und schließlich blieb auch auch ich mit dem Moped stecken. Wir standen keine Minute am Wegesrand, da hielten Vater und Sohn, die auf einem Motorrad fuhren, neben uns an. Die zwei hatten sofort einen Schraubenschlüssel zur Hand, um uns zu helfen. Leider reichte dieses Werkzeug nicht aus. Mit Händen und Füßen erklärten sie uns, dass Niko alleine auf unserem Hobel weiterfahren soll (weil ich zu schwer bin) und die beiden mich auf ihrem Motorrad mitnehmen, um zur nächsten Werkstatt zu fahren. So fuhren wir zu dritt – Vater vorne, in der Mitte ich und hinten der Sohn weiter und Niko folgte mit unserem scheppernden Moped.

In der Werkstatt, welche eine Bambushütte war, schraubten die zwei an unserer Maschine herum und bald sollten wir testen, ob nun alles wieder funktioniert. Tatsächlich, das Geräusch war weg und wir fuhren voller Zuversicht weiter gen Süden.

Das Ganze ging leider nur 20 Kilometer gut und wir standen schon bald erneut am Straßenrand. Zum Glück mussten wir auch dieses Mal nicht lange auf Hilfe waren, sehr schnell standen drei Einheimische parat, schraubten an unserem Moped herum und erklärten uns den Weg zur nächsten Werkstatt. Nun mussten wir wieder einige Kilometer zurück. Wir fanden den Laden und beschrieben mit Händen und Füßen was passiert ist, zudem versuchten wir das quietschende Geräusch des Hinterrads nach zu machen. Die Männer an der Werkstatt lachten und nach kurzer Zeit stellte sich heraus, dass einer der Männer 16 Jahre in Finnland gelebt hat, 3 Kinder dort hat und besseres Englisch sprach als wir 🙂

Die Diagnose zu unserem Problem war, dass das hintere Zahnrad und die Kette komplett verschlissen waren. Das Zahnrad griff nicht mehr und so konnten wir nicht weiter fahren. Der Mechaniker, der so heißt wie Nikos Bruder Oliver, organisierte uns aus dem Nachbardorf die Ersatzteile. Wir zwei saßen in der Zeit auf kleinen Hockern in der Werkstatt und verabschiedeten uns von unseren Plänen, zum Strand zu fahren.

Schließlich ging alles recht zügig, die Ersatzteile kamen an, wurden eingebaut und da es erst 15:30 Uhr war, beschlossen wir, doch noch zum drei Kilometer entfernten Paradise Beach zu fahren. An diesem Traumstrand gibt es ebenfalls nur ein paar Bungalows. Der Pfad zu diesem Ort ging auch auf und ab und war am Ende kaum breiter als unser Roller, aber es hat sich mehr als gelohnt. Dieser Strand hat den Namen wirklich verdient! Es ist ein kilometerlanger einsamer von Kokospalmen gesäumter Strand. An diesem paradiesischen Ort trafen wir Francis, unseren Freund aus Hong Kong wieder, er ließ sich im blauen Wasser treiben. Wir genossen gemeinsam die letzten Sonnenstrahlen des Nachmittags und fuhren dann zusammen zurück Richtung Dawei. Wir machten noch einen Stopp zum Abendessen und es ging alles glatt, bis wir in der Dunkelheit gegen 20:30 wieder im Hotel ankamen.

Am nächsten Tag schliefen wir etwas länger und genossen wieder unser Frühstück, bevor wir uns erneut auf das Moped setzten. Diesmal war das Ziel eine ca. 30 Kilometer entfernte Pagode, die auf einer kleinen Insel im Meer liegt. Der Weg dorthin war fast durchgängig asphaltiert und damit um einiges leichter zu fahren als die Strecke am Tag zuvor. Die Umgebung der Pagode war traumhaft schön, diese liegt auf einem kleinen Felsen und überall nah und fern sah man helle Sandstrände aufblitzen. Den Weg zur Pagode säumten einige Restaurants mit Holzterrassen über dem Wasser und Blick auf einen schönen Strand. Wir umrundeten die kleine Insel mit der Pagode einmal – auf den Steinen, die die Insel umgeben, saßen einige Burmesen mit ihrem Samstagspicknick und ein paar Mönche schauten von hier auf das weite Meer hinaus. Bevor wir den Rückweg zu unserem Roller antraten, gönnten wir uns in einem der Restaurants mit Meerblick eine frische Kokosnuss.

Als nächstes hielten wir in einem Fischerdorf, welches an einem traumhaft schönen Strand liegt. Leider waren der Strand sowie die wenigen Gassen im Dorf ziemlich vermüllt und es stank außerordentlich stark nach Fisch. Wir schauten uns deshalb nur kurz um und fuhren rasch weiter nach Maungmagan Beach. Dieser Strand ist sehr gut von Dawei aus zu erreichen und daher war es hier an einem Samstag etwas geschäftiger.

Es gibt an der Promenade viele Restaurants und Stände mit Souvenirs und im Wasser badeten Einheimische mit großen luftgefüllten Reifen. Kurz vor der Dämmerung machten wir uns auf den Rückweg nach Dawei, wo wir uns abends noch mit Francis zum Burgeressen verabredet hatten. Niko und Francis gaben sich jeweils mit einem Burger zufrieden – ich habe drei gegessen. Anschließend sind wir noch in die angesagteste Kneipe der Stadt gegangen – einen Biergarten in der Nähe.

Am nächsten Morgen nahmen wir um 10 Uhr morgens einen Minibus nach Mawlawyaing. Dawei war toll, die Strände sind ein Traum und die Burmesen überaus hilfsbereit, das Essen ist lecker und sehr günstig – und auch an das Myanmar Bier kann man sich gewöhnen. Hierher würden wir jederzeit wiederkommen und dann auch etwas länger bleiben.

Markus Verfasst von:

4 Kommentare

  1. Albert Pielsticker
    6. Dezember 2018
    Antworten

    In Wilhelmshaven am Südstrand haben Doris, Hildegard und Albert Eure Reise über die Fotos von Düsseldorf bis nach Dawei über den Beamer auf der Leinwand verfolgt. Tolle Eindrücke! Wir sind zu alt um Ähnliches durchziehen zu können. Wir wünschen Euch weiterhin eine gute Reise und Gesundheit.

    • Niko
      21. Dezember 2018
      Antworten

      Hallo ihr Lieben! Respekt, dass ihr euch alles angeschaut habt. Wir sind selber ganz überrascht, wie viel wir schon erlebt haben. Vermutlich haben wir nen ganz guten Zeitpunkt gefunden um so eine Reise zu machen. Fröhliche Weihnachten und ganz liebe Grüße in meine Heimat nach Ostfriesland!

  2. Kai
    7. Dezember 2018
    Antworten

    Liebe Niko, lieber Markus,

    vielen Dank für Eure blumigen Berichte und die tollen Fotos. Die geschilderten Abenteuer haben mir schon manche Kaffeepause versüßt.
    Liebe Grüße und Euch eine sonnige Adventszeit,

    Kai

    • Markus
      7. Dezember 2018
      Antworten

      Hallo Kai,
      schön, dass dir unser Blog gefällt. Wir wünschen euch ebenfalls eine schöne Zeit, wir bekommen hier in Myanmar vom Advent nicht so viel mit 😉 Ich hoffe, euch Dreien geht es gut und liebe Grüße auch an Eva aus Bagan

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